Den Platz hat man anscheinend vergessen

Mit freundlicher Genehmigung des Schifferstadter Tageblattes veröffentlichen wir hier den Artikel vom 10.10.2017

Unkraut zu Leibe gerückt: UWG unterstützt Boulespieler bei Reinigungsaktion
Schifferstadt (suk). Seit zehn Jahren kommt Egon Reimer regelmäßig zu den Boulefeldern am Ende der Otto-Dill-Straße, um gemeinsam mit Gleichgesinnten den französischen Kugelsport auszuüben. War die Fläche damals bei der Einweihung noch eben, ist sie mittlerweile von Unkraut durchwachsen. Die Unabhängige Wählergemeinschaft hat sich daher am Samstag ein Herz gefasst und zugepackt. Unkraut jäten ist angesagt gewesen, unter Mithilfe einiger Spieler.
„Normalerweise können Boulespieler auf jedem Platz zu Werke gehen“, sagt Reimer. Trotzdem liefert die Fläche, die 2006 eingeweiht wurde, mittlerweile Probleme. „Der Boden ist zu verdichtet“, erklärt der Schifferstadter. Das bestätigt Kurt Freiermuth, der seit gut einem Jahr zur Spielgemeinschaft gehört.
„Mein Hauptsport ist Kegeln. Boule spiele ich nebenher“, verrät der Rettichstadter. Dass er am Samstagmorgen seine Hacke ausgepackt hat, um beim Unkrautjäten mitzuhelfen, ist für ihn nicht nur willkommenes Aufwärmtraining für einen Wettkampf am Nachmittag, sondern vor allem ein Zeichen dafür, dass für einen ansehnlichen Bouleplatz Einsatz gefragt ist.
„Den Platz hat man anscheinend vergessen“, meint Günther Neudeck, einer der aktiven UWG-Helfer. Schade findet er es, dass die Fläche so verkümmert. Dr. Rudolf Magin sieht die Fläche nicht pflegeleicht angelegt. „Das ist ein Nachteil, über den nachgedacht werden sollte“, merkt er an.
Über zehn Jahre sind die Boulefelder nun alt. Ideengeber und Motor der Einrichtung war damals Günter Klutinius gewesen. Schon damals kämpften die Spieler mit dem wuchernden Unkraut. Im August 2007 ist im Schifferstadter Tagblatt zu lesen: „Die Felder, die wir bespielen, sind in Ordnung“, erklärt Klutinius und verweist auf eine Art Patenschaft, die die Aktiven mit der Stadt geschlossen haben. „Aber so viel wie hier wächst, können wir gar nicht sauber machen“, betont er.“

„Hier gibt es keinen Papierkorb.“

Geändert hat sich daran bis heute ganz offenkundig nichts. Säckeweise kehren die freiwilligen Helfer am Samstag unliebsames Grün zusammen. Dazu kommt allerlei Unrat, der noch weniger etwas auf dem Areal zu suchen hat.“Hier gibt es keinen Papierkorb“, lenkt Neudeck ein. Das hat unter anderem zur Folge, dass Freiermuth und seine Kollegen schon mehr als einmal bei regelmäßigen Reinigungsaktionen leere Pappschachteln, Glasscherben und vieles mehr einsammeln mussten.

Für besondere Verärgerung sorgen Radfahrer, die quer über die Boulefelder fahren und deutliche Spuren hinterlassen. „Vorne gehört eine kleine Barriere hin“, meint Freiermuth. Als positives Beispiel eines guten Bouleplatzes nennt er den der Nachbargemeinde Mutterstadt in der Nähe des Palatinums. Der Freizeitsportler ist sich sicher: „Es wären bestimmt bei uns noch mehr Leute da, wenn die Gegebenheiten besser wären.“

„Wir sind unverwüstlich.“

Spaß mache es nämlich nicht, wenn rollende Kugeln durch Unkrautbüschel gebremst oder von der Bahn abgelenkt werden. Zwischen zwölf und 15 Personen kommen dennoch montags und samstags, jeweils um 14 Uhr, auf das Areal, wie Reimer einwirft. „Wir sind unverwüstlich“, ergänzt Freiermuth. Das ganze Jahr werde durchgespielt. Kopf des Ganzen ist mittlerweile Gerhard Lange. Er organisiert die Treffen.

Dass den Boulefeldern auch von städtischer Seite aus mehr Aufmerksamkeit gewidmet wird, wünschen sich alle an der Reinigungsaktion Beteiligten. In Kontakt bleiben will die UWG mit der Spielgemeinschaft. Im Nachgang zum Unkraut rupfen soll ein Eröffnungsspiel auf dem sauberen Platz initiiert werden.